Fast alle Haus- und Nutztierarten können von Hautpilzen befallen werden.
Die mikroskopisch kleinen Organismen, sogenannte Dermatophyten, siedeln
sich im Fell, auf der Haut, in tieferen Hautschichten und an den Krallen an.
Die Weiterverbreitung erfolgt über Pilzsporen.

Sowohl durch direkten Kontakt, wie auch durch Pflegeutensilien (Kämme, Bürsten, Decken), kann die Pilzerkrankung von Tier zu Tier, vom Tier auf den Menschen
und vom Menschen aufs Tier übertragen werden.

Bei erkrankten Tieren finden sich als typische Hautveränderungen kreisrunde, haarlose Stellen, hauptsächlich am Kopf, am Hals, in Ohrnähe oder an den Gliedmaßen. Sie sind mit Schuppen oder Borken belegt und mit einem roten, entzündeten Randsaum begrenzt. Teilweise können diese Veränderungen mit deutlichem Juckreiz verbunden sein. Weitere Kennzeichen einer Pilzerkrankung
sind schuppige Flecken mit abgebrochenen Haaren oder auch brüchige, verfärbte oder verformte Krallen, bis hin zu einer Krallenbettentzündung. Bei Nichtbehandlung der Erkrankung kann der Pilz auch auf die Organe übergreifen und so vielfältige Organerkrankungen hervorrufen, die lebensbedrohlich sein können.

Auf derart vorgeschädigten Hautstellen haben auch Bakterien ein leichtes Spiel und können das Krankheitsbild deutlich erschweren. Darüber hinaus gibt es auch atypische Verlaufsformen, die je nach Tierart, Pilzart und Abwehrlage des Tieres variable Hautveränderungen hervorrufen. Deshalb sollten alle Tiere mit deutlichen Hautveränderungen frühzeitig in unserer Praxis untersucht werden. Da auch nicht übertragbare Hautkrankheiten vergleichbare Krankheitsbilder zeigen können, ist
zur Diagnose in aller Regel eine tierärztliche Untersuchung und eventuell eine Laboruntersuchung erforderlich.

Zur Behandlung bei Tieren und Menschen stehen pilz- und sporenabtötende Medikamente zur Verfügung. Die Behandlung dauert mehrere Wochen, sie muss über die sichtbare Heilung hinaus durchgeführt werden und ist abhängig von der Art der Pilzerkrankung.

Vorbeugend sollte auf besondere Hygiene im Umgang mit hauterkrankten Tieren geachtet werden. Pilzsporen bleiben jahrelang infektiös.

Zum Schutz gegen Pilzinfektionen gibt es auch eine Pilzschutzimpfung.
Die Impfung wird zweimal im Abstand von zwei Wochen durchgeführt und
muss nach 6 Monaten aufgefrischt werden.

Wir beraten Sie gerne!

Ihre Tierärztliche Praxis Dr. Ute Lederer