Die Empfehlung, auch weibliche Kaninchen kastrieren zu lassen, beruht auf neuen Erkenntnissen. Diese Studien zeigen, dass kastrierte weibliche Kaninchen eine deutlich höhere Lebenserwartung haben. Krankheiten, die bei weiblichen Kaninchen oft zum vorzeitigen Lebensende führen, werden durch die Kastration ausgeschlossen oder treten deutlich seltener auf.

Dazu gehören:

  • Gebärmutterentzündung: eine schwerwiegende Erkrankung, die mit einer Vereiterung der inneren Geschlechtsorgane einhergeht und unbehandelt in der Regel zum Tod führt. Bei der Kastration wird die Gebärmutter entfernt, eine Entzündung dieses Organs ist danach nicht mehr möglich.

  • Tumoren der inneren Geschlechtsorgane: je nach Art des Tumors kommt es entweder zu fortschreitendem Wachstum und dadurch zu einer zunehmenden Beeinträchtigung der inneren Organe oder zur Bildung von Tochtergeschwülsten in anderen Organen. Bei der Kastration werden Eierstöcke und Gebärmutter entfernt, so dass sich hier keine Tumoren mehr bilden können.

  • Tumoren der Gesäugeleiste: viele weibliche Kaninchen werden immer wieder scheinträchtig. Dabei wird das Gesäuge angebildet, obwohl keine Trächtigkeit vorliegt. Diese hormongesteuerten Vorgänge erhöhen das Risiko, Tumoren der Gesäugeleiste auszubilden. Nach der Kastration werden die dafür verantwortlichen Hormone nicht mehr gebildet, das Tumorrisiko sinkt.

  • Eierstockszysten: an den Eierstöcken können sich Zysten bilden. Das sind flüssigkeitsgefüllte Zubildungen, die durch ihre zunehmende Größe Druck auf die umgebenden Organe ausüben und dadurch zu Schmerzen führen. Wenn eine Eierstockszyste platzt, kann es zu einer Bauchfellentzündung kommen, einem lebensbedrohlichen Zustand, der sich nur schwer behandeln lässt. Bei der Kastration werden die Eierstöcke entfernt, eine Zystenbildung ist nicht mehr möglich.

  • Bissigkeit: weibliche Kaninchen zeigen häufig ein aggressives Verhalten. Sie beißen andere Tiere und auch Sie als Besitzer. Nach der Kastration verschwindet dieses unerwünschte Verhalten in der Regel.

Zur Kastration bringen Sie Ihr Kaninchen bitte am vereinbarten Termin morgens um 8 Uhr oder bereits am Abend vorher in die Praxis. Kaninchen sollen am Tag vor der Operation nur noch Heu fressen, sie dürfen also nicht nüchtern sein.

Die Kastration ist eine Operation in Vollnarkose. Wir setzen bei Kaninchen eine spezielle, besonders schonende Narkose ein. Dadurch wird das Risiko, das jede Narkose mit sich bringt, so gering wie möglich gehalten.

Nach der Operation bleibt das Tier so lange bei uns, bis es wieder ganz wach ist und gut frisst. Das ist normalerweise bereits am Nachmittag des Operationstages der Fall, so dass Sie Ihr Tier noch am selben Tag wieder nach Hause holen können.

Damit das Kaninchen nicht an der Naht knabbert oder an der Wunde schleckt, setzen wir ihm einen Halskragen auf oder legen einen Verband an. Keine Angst,
es kann damit trinken und Futter aufnehmen.

10 Tage nach der Operation werden die Fäden gezogen und Ihre Kaninchendame ist wieder ganz die Alte!

Wir beraten Sie gerne!

Ihre Tierärztliche Praxis Dr. Ute Lederer