Ihre Hündin wird ein- bis zweimal im Jahr läufig und kann bei Bedeckung
trächtig werden. Während der Läufigkeit sind viele Hündinnen besonders
sensibel, fressen schlecht und locken interessierte Rüden an.

Nach der Läufigkeit entwickeln viele Hündinnen eine so genannte Scheinträchtig-
keit. Diese äußert sich in Verhaltensauffälligkeiten, wie zum Beispiel Nestbau-verhalten, Bemuttern von Spielsachen, Verteidigungsverhalten, Bewegungsunlust und Depression. Auch die Anbildung der Milchdrüsen, eventuell sogar mit Milchproduktion, wird häufig beobachtet.

Bei der Hündin kommt es in einigen Fällen zur Ausbildung einer Gebärmutter-entzündung. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung. Diese geht mit Eiteransammlung in den inneren Geschlechtsorganen einher und muss unbedingt behandelt werden. Unbehandelt kann die Gebärmutter platzen
und die Hündin stirbt.

Soll mit einer Hündin nicht gezüchtet werden, so raten wir zu einer Kastration vor oder nach der ersten Läufigkeit.

Die Kastration hat Vor- und Nachteile, wobei die Vorteile ganz klar überwiegen.

Vorteile sind:

  • das Risiko einer Gebärmutterentzündung wird ausgeschaltet
  • keine Läufigkeit mehr
  • keine Scheinträchtigkeit
  • die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Gesäugetumoren sinkt bei einer Kastration nach der ersten Läufigkeit um ca. 80%
  • keine psychische Belastung für Ihren Liebling durch hormonelle Schwankungen

Nachteile können sein:

  • eine Gewichtszunahme ist möglich, lässt sich aber durch Futterreduzierung kontrollieren
  • als Spätfolge kann in einigen Fällen (Hündinnen mit mehr als 17 kg Körpergewicht) Blasenschwäche auftreten, die meist medikamentös gut behandelbar ist
  • manche Hunderassen bekommen ihr Welpenfell wieder

Der Eingriff für die Kastration ist eine häufig durchgeführte Routineoperation. Das Tier wird dazu narkotisiert, während der Narkose überwacht und kann in der Regel am selben Tag wieder nach Hause zurückkehren. Dann ist Ihre Hundedame wieder ganz vergnügt.

Wir beraten Sie gerne!

Ihre Tierärztliche Praxis Dr. Ute Lederer