Flohbefall ist eines der häufigsten Probleme bei Hunden und Katzen. Selbst gut gepflegte Tiere können befallen werden. Flöhe sind blutsaugende Insekten, die
auf der Haut von Hunden und Katzen leben und zu zahlreichen Krankheits-erscheinungen bei Tieren und Tierhaltern führen können.

Der Entwicklungszyklus des Flohs

Flöhe entwickeln sich aus Eiern. Dabei durchlaufen sie mehrere Entwicklungs-stadien. Die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Floh dauert 3 bis 4 Wochen.
Das Flohweibchen beginnt schon 5 Minuten nach dem Schlupf mit dem Blutsaugen und legt bereits ab dem zweiten Tag Eier. Floheier sind ca. einen halben Millimeter groß, oval und weiß. An einem Tag können bis zu 50 Eier abgelegt werden, im Laufe eines Flohlebens bis zu 2000 Stück.

Bis zu 95 % einer Flohpopulation lebt jedoch nicht auf dem Tier selbst, sondern in seiner direkten Umwelt, also im Korb, in Decken, in Bodenritzen etc. Erwachsene Flöhe, die auf der Haut von Hund und Katze zu finden sind, machen nur 5 % der gesamten Flohpopulation aus!

Flöhe und Krankheiten

Typische Bissstellen von Flöhen sind Hals, Nacken und Schwanzwurzel. Flohbisse verursachen Hautrötungen, Juckreiz, Pusteln. Es können durch Folgeinfektionen
mit anderen Hautkeimen tiefe, eitrige Entzündungen der Haut entstehen. Hochgradiger Befall kann sogar Eisenmangel und Blutarmut verursachen. Flohspeichel ist ein stark Allergie auslösender Stoff und führt sehr häufig zur sogenannten Flohspeichelallergie.

Daneben sind Flöhe auch Zwischenwirte und Überträger verschiedener Parasiten, darunter der weltweit häufigste Hundebandwurm Dipylidium caninum. Daher sollten Tiere mit Flohbefall unbedingt entwurmt werden.

Der Tierhalter kann sich mit Flöhen seines Haustieres infizieren. Beim Menschen ergibt sich das typische Bild einer Flohleiter auf der Haut. Das sind viele kleine rote, juckende Stichstellen, die genau in einer Reihe liegen.

Vorbeugung und Behandlung des Flohbefalls

Bei der Bekämpfung des Flohbefalles sind drei verschiedene Maßnahmen wichtig:

  • Vorbeugen zur Abwehr von Flöhen.

  • Gründliche Behandlung des befallenen Tieres.

  • Bekämpfung der Flöhe in der Umgebung.

Guter vorbeugender Schutz gegen Flohbefall wird durch Spot-on Präparate erzielt. Diese ziehen in die Haut des Tieres ein, verteilen sich in der oberen Hautschicht
und behalten für ca. 4 Wochen ihre Wirkung. Im Gegensatz dazu wird der Wirkstoff von Flohhalsbändern über einige Monate auf der Oberfläche der Haut verteilt. Daher wird er z. B. beim Streicheln auch vom Menschen ungewünscht aufgenommen. Bei akutem Flohbefall sollten Hunde äußerlich mit insektizidhaltigen Shampoos gewaschen werden, Katzen sollten mit einem Spot-on-Präparat behandelt werden. Wir beraten Sie gerne bei der Wahl des richtigen Präparates für Ihr Tier. Gleichzeitig muss eine Entwurmung durchgeführt werden!

Besonders wichtig zur Verhinderung eines erneuten Befalles durch die in Decken, Teppichen, Bodenritzen etc. lebenden Flöhe sind strenge hygienische Maßnahmen (Staubsaugen, Waschen der Textilien, Reinigung der Bodenritzen), um eine neue Infektion zu vermeiden. Die Flohentwicklungsstufen sind in der Umwelt bis zu acht Monate überlebensfähig.

Wir beraten Sie gerne!

Ihre Tierärztliche Praxis Dr. Ute Lederer